Aktuelles

Hospiz in Zeiten von Corona

Liebe Mit-Menschen,

das Virus macht auch an unserer Türe nicht halt. Auch wir mussten unsere Angebote wie das Cafe Zeit, das Trauercafe und die Trauergesprächsreihe sowie alle hospizlichen Gruppenaktivitäten schweren Herzens absagen.

Wir alle sind in dieser noch nie da gewesenen Situation auf uns selbst zurückgeworfen. Umso mehr trifft es Menschen, die mit einer schweren Erkrankung leben, in einer Trauersituation sind oder mit einem dementiell veränderten Menschen leben.

Dies bringt uns alle in Grenz-Situationen, in denen es wichtig ist, solidarisch zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen.

Die besondere Herausforderung in dieser Krise liegt darin, dass dies auf direktem Weg nicht möglich ist. Deshalb bieten wir ein „Sorgentelefon“ an.

Wenn Sie als Betroffener oder Angehöriger in einer der oben beschriebenen Situationen sind, sprechen Sie Ihr Anliegen gerne auf Band. Die Koordinatorinnen Carmen Schröder-Meißner und Beate Krieger-Spohr hören den Anrufbeantworter jeden Tag ab. Wir rufen dann zurück und sind offen für Ihre Sorgen, Befürchtungen und Nöte. Zögern Sie nicht, sich an uns zu wenden.

Telefon: 02234-22854 oder per Mail: Info@Hospiz-in–Frechen.de

10 Jahre Cafe´ Zeit

                 Eine aussergewöhnliche Premiere.

Zum 10 jährigen Bestehen von „Cafe Zeit“ vom Hospiz in Frechen gab es am

13. 12. 2019  die Theaterpremiere „ Findet mich das Glück?“ im Haus am Bahndamm, der Heimat des Harlekin Theaters.

Initiiert wurde das Projekt vor acht Monaten von der Leiterin des Café Zeit, Frau Carmen Schröder-Meißner. Sie gewann drei erfahrene Theaterleute, die schon Erfahrungen mit Menschen mit Demenz auf der Bühne hatten, in das Projekt einzusteigen: den Regisseur Anas Ouriaghli, seiner Assistentin Jennifer Kalthoff und der Dramaturgin Barbara Wachendorff – das Projekt Theater mit Menschen mit Demenz begleitet von den ehrenamtlichen Mitarbeitern vom Café Zeit und den Theater Profis.

Ein halbes Jahr wurde jeden Dienstag von 14 bis 17 Uhr geübt, geprobt, gespielt, gelernt und improvisiert. Die Skepsis bei allen – auch beim Hospiz Vorstand schwand bald und so konnten auch etliche Sponsoren für das recht aufwendige Projekt gewonnen werden.

Nun zur Premiere des Stückes, das in einem Hotel spielt und in dem 12 Szenen vorgestellt wurden. Die ganze Truppe von 21 Frauen und Männern spielte die einzelnen Szenen in dichter Reihenfolge. In allen Szenen gab es direkte biographische Anknüpfungen zum Leben der Darsteller – dies entspricht dem Konzept des „biographischen Theaters“ der Bühnenprofis.

Die schauspielerische Performanz aller Darsteller – der Menschen mit Demenz als auch der ehrenamtlichen Mitarbeiter – war sehr eindrucksvoll,, lebendig, witzig, oft mit kleinen Variationen und Improvisationen des ursprünglichen Textes. Das war sehr unterhaltsam und man wurde förmlich in die kleinen Geschichten u.a. um einen Koffer, einen Hund und gefundene Gedichte, hineingezogen.

Originelle Bühnen- und Garderobenausstattung, kleine Musikeinlagen taten das ihre zu dieser sehr gelungenen Aufführung.

Man spürte die Lust der Darsteller und Darstellerinnen am Spielen und die fast mühelos wirkende Kooperation zwischen den handelnden Figuren und auch dem unauffällig, aber gut funktionierenden Ablauf der back stage Organisation trugen zur unterhaltsamen und spannenden Atmosphäre  sehr bei – man fühlte die vorzügliche Teamarbeit der ganzen Truppe.

Kommentare der Mitarbeiter über ihre Erfahrungen beim Projekt und in den letzten 10 Jahren sowie eine Gesangsdarbietung mit einem bewegenden selbst komponiert und gedichteten Lied, begleitet vom Akkordeon und der Gitarre bildeten den Abschluss eines sehr ereignisreichen, originellen und auch gekonnten Theaterabends.

Begeisterter und anhaltender Applaus des mit über 100 Menschen vollen Hauses dankte allen Mitarbeitern und den Gästen vom Café Zeit für ihre stetige und engagierte Mitarbeit – das Projekt „das Vergessen des Vergessens“ war ein fulminanter Erfolg. Ein  schöner Beifall war auch die laute Frage eines Zuschauers, „wer waren denn nun die Menschen mit Demenz ?“

Frau Bürgermeisterin Susanne Stupp ließ es sich nicht nehmen beim anschließenden Umtrunk mit Buffet, die Rolle der Thekenchefin zu übernehmen.

Dr. Manfred G. Schmidt